Mit Hilfe von Kofferkinoapparaten bringt Milton Ray Hartmann anfangs der 1920er Jahre erstmals das bewegte Bild in die Schweizer Schulstuben. Er ist überzeugt, dass das neue Medium Film für die Bildung nachhaltigen Nutzen hat. Am 14. Juni 1921 gründet er die Genossenschaft Schweizer Schul- und Volkskino (SSKV) – und legt damit das Fundament für die Förderung des Films in der Schule. «Das vorliegende Werk erschliesst den Platz des Films im digitalen Bildungsraum. Es macht uns die Grundlagenarbeiten bewusst, die das Fundament für die heutige und künftige Nutzung des Films in Schule und Unterricht legen», so Christian Amsler, Präsident der Milton Ray Hartmann-Stiftung.

Das Buch beleuchtet sowohl historische als auch aktuelle Aspekte des bewegten Bildes im Kontext von Lehren und Lernen. Es schlägt einen Bogen zum gegenwärtigen Einsatz des Films in der Bildung − gerade auch, was seine Rolle in einer zunehmend digitalen Schule betrifft.

Was die Filmpioniere vor mehr als hundert Jahren trotz Widerstand propagierten, nämlich Filme als gleichberechtigtes Lehrmittel im Unterricht zu verwenden, ist heute gelebte Realität. Das bewegte Bild hat sich zu einem der wichtigsten Lehrmedium des 21. Jahrhunderts entwickelt. Nicht nur Lehrpersonen reichern ihren Unterricht mit bewegten Bildern an, sondern die Schülerinnen und Schüler erstellen selbst kleine Filmsequenzen oder bauen im Internet gefundene Clips in ihre Vorträge und Präsentationen ein.

Das Buch will einen historisch informierten Beitrag zum Film in der Schule leisten und eine Debatte über den Umgang mit dem Medium und seiner unendlichen Verfügbarkeit anstossen. Oder wie es Christian Amsler in seinem Vorwort formuliert: «Die hundertjährige Geschichte des Schul- und Volkskinos geht mit dem Übergang vom klassischen Filminstitut zur zunehmend digital geprägten Educa einher. In ihrer heutigen Rolle als Fachagentur des Bundes und der Kantone nimmt die Institution wichtige Aufgaben an der Schnittstelle zwischen der Qualitätsentwicklung im Bildungssystem und technologischen Entwicklungen wahr.»

Buchcover: Ein Film geht in die Schule

Erschienen im kopaed Verlag, München 2021 (Dezember), 200 Seiten

Herausgeber:innen sind Anita Gertiser (Dozentin Kultur und Kommunikation, FHNW), Angela Hauser (Roadmovie, Luzern) und John Wäfler (Roadmovie, Zürich).

Die Realisation des Buchprojekts wurde von der Milton Ray Hartmann-Stiftung unterstützt. 

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